100 Jahre      Mikrobiologische Vereinigung München e. V.     1907 - 2007
 


Lupen für Mikroskopiker

Von Klaus Henkel


Ein Mikroskopiker braucht auch eine gute Lupe, zum Beispiel beim Sammeln von Proben. Die schärfsten und farbreinsten Bilder liefert eine aplanatisch-achromatische Linsenkombination, ein zweilinsiges Dublett (eng. Doublet) oder gar ein dreilinsiges Triplett (eng. Triplet). In Optikerfachgeschäften findet man in der Regel nur die gewöhnlichen aplanatischen Lupen der Firma Eschenbach. Sie sind preiswert.

Wir haben nun sehr gute Lupen entdeckt im Versandhandel Krantz, Rheinisches Mineralien-Kontor GmbH & Co. KG, Fraunhoferstraße 7, 53121 Bonn, Tel. 0228 / 988 65-0 oder Fax -20. eMail: [email protected]. Katalog-Nachtrag: "Die Top-Angebote des Frühjahrs 2002".

Einschlaglupen, Versandhandel Krantz

Einschlaglupen in verchromtem Messinggehäuse mit Öse. Die Lieferung erfolgt im Lederetui:

  • 053: achromatisch, 10x, 3-linsig, Linsendurchmesser 18 mm, Gesichtsfeld 15 mm. Euro 24,00.

  • 054: achromatisch, 20 x, 3-linsig, Linsendurchmesser 18 mm, Gesichtsfeld 8 mm. Euro 27,50.

  • 055: achromatisch, 10 x, 4-linsig (!), Linsendurchmesser 21 mm, Gesichtsfeld 25 mm (!). Euro 34.50.

  • 056: aplanatisch, 15 x, 2-linsig, Linsendurchmesser 18 mm, Gesichtsfeld 14 mm. Euro 17,00.

Das sind angemessene Preise.

Alle Preise inkl. MwSt. Die Lederetuis sind stabil gemacht, aber klein für die Hosentasche passend - und reparierbar, falls mal eines "aus der Naht" gehen sollte.

Die Lupen sind in Metallfassung. Vor etlichen Jahren wurden sie auch von der japanischen Firma TASCO geliefert. Ich habe seit vielen Jahren so ein 10x-Triplet im Lederetui immer in der Hosentasche dabei. Unter meinen zahlreichen Lupen ist diese meine Lieblingslupe für unterwegs.

Zeiss-Einschlaglupen 10x und 6x


Zeiss-Einschlaglupe 3+6=9x
Wer nicht gelernt hat, mit einer einfachen Lupe ein großes, scharfes und farbreines Bild zu sehen, d. h. zuwege zu bringen, wird das auch selten mit dem viel komplizierteren Mikroskop schaffen.

Deshalb ist eine gute Lupe immer ein passendes Geschenk für Naturfreunde, besonders auch für Kinder und Jugendliche. Das "Lupenstadium" sollte man nicht überspringen, bevor man an ein Mikroskop denkt.

Wer meint, daß eine Lupe ein zu billiges Geburtstagsgeschenk ist, sehe sich einmal die nebenstehenden Einschlaglupen von Carl Zeiss an. Drei verschiedene sind erhältlich: Die kleinere 10x, Gesichtsfeld 13 mm; die größere gibt es in zwei Ausführungen: 6x oder als Doppeleinschlaglupe (unteres Bild) 3x + 6x = 9x mit einem bequem-großen Gesichtsfeld von 22 mm. Die neueren Ausführungen der Zeiss-Lupen haben eine hohle Schwenkachse, durch die man eine Kordel ziehen kann. Die Lupe kann man dann um den Hals hängen oder an der Gürtelschlaufe o. ä. befestigen, damit man sie nicht verliert.

Es sind hochwertige aplanatisch-achromatische Linsen mit Antireflex-Vergütung, die ein bis zum Rand scharfes und kontrastreiches Bild erzeugen. Die beiden einfachen kosten etwa 65, die doppelte 90 Euro. Das ist mehr als manche Eltern für ein "Mikroskop" aus dem Warenhaus ausgeben würden! "Profis" schätzen die hohe Qualität dieser Lupen sehr. Eine Doppellupe 6+3=9 verwende ich seit vielen Jahren mit Vorliebe.


Zu einer Lupe als Geschenk für Kinder gehört auch ein für das Alter entsprechendes Biologiebuch, das in Bildern zeigt, was man alles mit einer Lupe sehen kann. Bei der Auswahl eines geeigneten Buches hilft bestimmt der Biolgielehrer.


Ein guter Rat:

Wie man richtig durch eine Lupe schaut

Die meisten Menschen schauen "instinktiv" auf falsche Weise durch ein Lupe. Vielleicht haben sie einmal gesehen, wie die Oma eine Leselupe handhabt: Sie hält sie möglichst weit vom Auge weg. Das macht sie vermutlich so, weil sie wegen der Altersweitsichtigkeit gewöhnt ist, alles etwas weiter weg zu halten, und auch damit sie sich nicht so weit zur Zeitung hinunterbeugen muß.

Eine kleine zehnfache Lupe ist aber kein Leseglas! Man macht das vielmehr so: Rechtshänder nehmen sie in die rechte Hand, halten sie zwischen Daumen und Zeigefinger, und zwar so daß beide nicht auf dem Gehäusedeckel, sondern parallel zur Schwenkachse anliegen. Dann stützt man die Hand an der rechten Wange ab, bringt die Linse dicht vor das rechte Auge. Die linke Hand hält das zu betrachtende Objekt und nähert es der Lupe so weit, daß man ein scharfes Bild sieht. Mit etwas Geschick kann man die linke Hand auch noch am ausgestreckten Mittel- oder Ringfinger der rechten Hand so abstützen, daß man eine insgesamt stabile, "zitterfreie" Anordnung von Kopf-Hand-Lupe-Objekt hat. Oberste Regel ist jedenfalls: die Lupe so nah wie möglich ans Auge, jedoch nicht so weit, daß die Wimpern die Linse berühren und einfetten!

Außerdem darf man die Lupe gegenüber Auge und Objekt nicht verkanten, wenn das Bild scharf, kontrastreich und farbrein sein soll. Wenn das Lupenbild des Objekts farbige Ränder aufweist (bei dunklen Objekträndern sind sie besonders gut sichtbar), ist das ein sicheres Anzeichen dafür, daß die Lupe verkantet gehalten wird. Die Lichtstrahlen vom Objekt zum Auge müssen die Linsen der Lupe genau senkrecht durchdringen, nicht schräg.



Zur MVM Startseite